Wie verteilt sich der Investitionsbedarf der Wärmewende auf verschiedene Haushaltsgruppen – und wer wird dadurch überfordert? Diese Fragen beantwortet eine aktuelle Studie, die das Öko-Institut im Auftrag der Stiftung Klimaneutralität erstellt hat („Klimaneutraler Gebäudebestand: Wer muss und kann wie vielinvestieren?“).  

Das zentrale Ergebnis: Der gesamte Investitionsbedarf beläuft sich auf 86 Milliarden Euro pro Jahr. Die Wärmewende ist damit eine große, aber machbare Aufgabe – zumal rund die Hälfte der Investitionen ohnehin notwendig wäre und nur gut ein Drittel auf den Heizungstausch entfällt.

Mehr Unterstützung brauchen aber Menschen mit niedrigen Einkommen: Wer weniger als 2.000 Euro netto im Monat hat, müsste gemäß Berechnung des Öko-Instituts mehr als ein Fünftel seines Einkommens für Heizung und Gebäude aufbringen. Das ist nicht möglich. Wir plädieren deshalb für flankierende Instrumente, um diese Haushalte effektiv zu unterstützen.

Soziale Wärmewende – worauf es jetztankommt

1.      Diesoziale Staffelung bei der Förderung von Heizungstausch und Sanierung istrichtig, reicht aber nicht aus. Einkommensschwache Selbstnutzer brauchen eine Förderung, die den Eigenanteil vollständig abdeckt oder zumindest das Problem der Vorfinanzierung löst.

2.      Gemeinschaftliche Wärmeinfrastrukturen, vor allem Wärmenetze, müssen über eine verbindlichere kommunale Wärmeplanung koordiniert und stärker gefördert werden.

3.      Wärme sollten langfristig stärker als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge verstanden und organisiert werden. Das bietet die Chance, Investitionsrisiken zu bündeln und für alle Haushalte bezahlbare Lösungen zu ermöglichen.

Die Studie beleuchtet zudem,welche Maßnahmen für bezahlbare Fernwärme infrage kommen, wo neue Mindest-Effizienzstandards notwendig sind und wie die Politik zusätzliche Anreize zur energetischen Modernisierung von Nicht-Wohngebäude schaffen kann.

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