Dabei liegt die Lösung näher, als es scheint: Wer mit Strom heizt und fährt, ist beim nächsten Preisschock geschützt. Doch ausgerechnet Strom wird in Deutschland steuerlich massiv benachteiligt.
Auf eine Kilowattstunde Haushaltsstrom entfallen 12,6 Cent Steuern, Abgaben und Umlagen – bei Gas sind es nur 3,6 Cent. Im Ergebnis kostet Strom für Haushalte 3,3-mal so viel wie Gas, obwohl die EU-Kommission in ihrem Elektrifizierungs-Aktionsplan vom Juli 2026 ein Verhältnis von höchstens 2,5 bis 2030 fordert.

Unser Gutachten „Schneller elektrifizieren: Sichere und bezahlbare Energie aus Deutschland" zeigt, wo Deutschland bei der Umsetzung der EU-Vorgaben steht – und wo dringender Handlungsbedarf besteht: bei Steuern und Abgaben auf Strom, dem Strom-Gas-Preisverhältnis und dem Ausbau intelligenter Stromzähler. Auf Kurs ist Deutschland dagegen beim Ausbau der Erneuerbaren und der Ladeinfrastruktur für E-Autos.

Der zentrale Vorschlag: eine aufkommensneutrale Reform der Stromkosten. Wird die Stromsteuer für private Haushalte auf das europäische Minimum gesenkt und Strom mit dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent besteuert, wird Haushaltsstrom um knapp 6 Cent pro Kilowattstunde günstiger. Ein durchschnittlicher Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden Verbrauch spart dadurch rund 200 Euro im Jahr – finanziert unter anderem über eine moderate Anhebung der Erdgassteuer.

Denn günstigerer Strom wirkt doppelt: Kurzfristig entlastet er Haushalte in der aktuellen Energiekrise. Mittelfristig senkt mehr Stromverbrauch die Systemkosten insgesamt, weil sich die Fixkosten von Netzen und Kraftwerken auf mehr Kilowattstunden verteilen. Elektrifizierung ist damit Sicherheits-, Standort- und Preispolitik in einem.

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