Ein klimaneutrales Stromsystem, das überwiegend auf kostengünstigen, aber wetterabhängigen Energieträgern wie Wind- und Sonnenkraft beruht, benötigt für wenige Stunden im Jahr flexible Backup-Kapazitäten, die mit speicherbaren CO2- freien Energieträgern Elektrizität erzeugen können. Hierfür sieht das geplante Kraftwerksicherheitsgesetz die Nutzung von Wasserstoff-Gaskraftwerken vor. Im Auftrag der Stiftung Klimaneutralität hat DNV in der Studie „Securing Green Hydrogen for the German Power Sector” drei Wasserstoff-Wertschöpfungsketten hinsichtlich Kosten und technologischer Reife untersucht: Elektrolyse in Deutschland, Import von Grünem Ammoniak, sowie Import von grünem Eisen. Dabei zeigt sich, dass Backup-Kraftwerke, die mit Wasserstoff auf der Basis von importiertem grünem Eisen Strom produzieren, eine kostengünstige Ergänzung sein können zu Kraftwerken, die mit grünem Wasserstoff aus einem deutschen oder europäischen Pipelinenetz arbeiten. Sehr viel teurer als die beiden erstgenannten Varianten wäre eine Verstromung von Wasserstoff aus aufgespaltenem („gecracktem“) grünem Ammoniak. Die Schlüsselkomponenten „Erzeugung, Transport und Lagerung“ der drei untersuchten Varianten zur Bereitstellung von Backup-Kapazitäten haben jeweils unterschiedliche Grade von Technologiereife. Erst ein realer Betrieb wird zeigen, welche Technologien sich in welchem Umfang durchsetzen.